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die nacht unter den sternen - 6

Die Ladefläche war schon voll, aber das war Matthias egal. Er hatte bereits mehr Holz als nötig, auch das war ihm egal. Selbst, seine Erschöpfung kümmerte ihn kaum. Der erste Hieb krachte auf den Stamm hernieder. Holz splitterte und die Axt hinterließ eine tiefe Kerbe. Ohne inne zuhalten schwang er die Axt zurück ließ einmal diagonal um seine Schultern kreisen und wieder traf sie den Stamm des Baumes. Frischer Harzgeruch erfüllte die Luft. Erneut ging die Axt auf den Baum nieder. Es war kein besonders dicker Baum, die wuchtigen Hiebe hatten den Stamm fast schon zur Hälfte durchtrennt. Noch ein Schlag folgte, und noch einer, und noch einer. Dann sprang Matthias, beide Beine voraus gegen den Baum, der Augenblicklich nachgab und stieß sih sofort wieder ab. Als er auf dem Boden aufschlug federte er sich ab, wobei sich sein Rücken beugte und der Kopf auf den Boden sah. Einen Moment hielt er inne, der Baum hinter ihm kippte mit einem vernehmlichen Krachen, als sich die letzten Fasern des Stammes unter dem Gewicht, des aus dem Gleichgewicht gebrachten Baumes krachten und schlug einen Moment später auf dem Boden auf. Langsam hob Matthias den Blick straffte sich und hob die Axt erneut. Vor ihm stand ein weiterer Baum, eine Kiefer. Sie war etwas dicker und größer. Diesmal ging er langsamer zu Werke, schlug dafür aber umso präziser und wuchtiger zu. Während er mit seiner Axt einen Baum nach dem anderen, wie einen Krieger in der Schlacht niederstreckte rasten seine Gedanken. Doch waren es wirklich seine Gedanken, es schien ihm als spräche eine fremde Wesenheit aus ihm heraus. Diese Stimme sprach langsam und glockengleich in seinem Kopf. Bei jedem Schlag ein einzelnes Wort.

Was tust du Wanderer unter den Sternen?
Wieso musst du dich immerzu entfernen,
von allen die dir lieb und teuer sind?
deinem Weibe, das du liebst und dem Kind?

Was suchst du hier? Was trieb dich her?
Du hast doch schon alles, wieso willst du noch mehr?

 Als er spürte, dass das Gedicht sein Ende erreicht hatte, hielt er inne, obwohl die Fichte die er nun bearbeitete noch stolz und stark zwischen ihren gefallenen Brüdern und Schwestern und dem Rest des Waldes stand. Danach fuhr er zurück zu seinem Heim. Alles schlief schon. Er hatte sich schon Sorgen gemacht, dass Susanne aus Sorge um ihn, noch wach sein könnte, aber sie schlief friedlich in dem großen Bett, dass er für sie beide gezimmert hatte, als er die Tür des Schlafzimmers öffnette. Behutsam trat er ein. Der Mond schien durchs Fenster.

7.12.09 22:56
 


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